Die 24. Schwangerschaftswoche (24. SSW)

Mit der 24. Schwangerschaftswoche beginnt die letzte Woche des 6. Schwangerschaftsmonats. Für dich als werdende Mutter ist die Zeit zwischen der 16. und 26. Schwangerschaftswoche die angenehmste und für dein ungeborenes Baby sind es die lebhaftesten Wochen.

Nun leidest du weniger unter Schwangerschaftsbeschwerden, weshalb du deinen Alltag einigermaßen uneingeschränkt genießen kannst.

Dein Ungeborenes lutscht eifrig am Daumen, um für das spätere Saugen an der Brust zu üben, hört den Geräuschen von außen gespannt zu, da sein Gehörsinn schon entwickelt ist, und schlägt im Fruchtwasser schwerelos viele Purzelbäume. Ab und zu schluckt es auch etwas vom Fruchtwasser, welches fast ein Liter umfasst, und erzeugt dadurch einen Schluckauf. Diesen Reflex nimmst du als Schwangere direkt wahr.

Die Wochen bis zur Geburt werden immer weniger und die Aufregung bei dir und bestimmt auch deinem Partner steigt von Tag zu Tag. Bei der zweiten großen Vorsorgeuntersuchung, die bereits zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche stattfindet, hast du dir sicherlich alle Ergebnisse der Untersuchung von dem behandelnden Frauenarzt oder zuständigen Hebamme in deinen Mutterpass eintragen lassen, was dir auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft eine gewisse Sicherheit gibt. Die dritte und letzte Vorsorgeuntersuchung findet zwischen der 29. und der 32. Schwangerschaftswoche statt, wobei Mutter und Kind ausgiebig untersucht werden.


Doch bereits zwischen der 24. Schwangerschaftswoche und der 27. Schwangerschaftswoche wird ein Antikörper-Suchtest durchgeführt, wobei überprüft wird, ob eine sogenannte Rhesusunverträglichkeit bei dir vorliegt.

 

Veränderungen des Körpers ab der 24. SSW

Dein Körper ist inzwischen total auf deine Schwangerschaft eingestellt und eine Gewichtszunahme lässt sich nun nicht mehr vermeiden, da dein Bauch mit deinem ungeborenen Baby darin stetig wächst. Deshalb wird er nicht nur größer, sondern auch weiterhin härter, da durch das Wachstum des Babys auch deine Gebärmutter größer wird.

Kommen zu dem harten Bauch jedoch starke Schmerzen hinzu, solltest du das bei deinem Arzt abklären, um mögliche Komplikationen auszuschließen. Allerdings spüren die meisten Frauen spüren aufgrund der Gewichtszunahme und des wachsenden Bauchumfangs, dass ihr Bauch spannt, was eine ganz natürliche Schwangerschaftserscheinung ist.

In der 24. Schwangerschaftswoche hat deine Gebärmutter inzwischen die Größe eines Handballs und ihr oberer Bereich befindet sich nun ungefähr auf der gleichen Höhe wie dein Bauchnabel. Aufgrund der Größe und des Gewichts deiner Gebärmutter und somit auch deines Bauches verursachen die Mutterbänder, die die Gebärmutter zusammenhalten, ein starkes und häufiges Ziehen im Unterleib.

Hier kann einfaches Ruhen im Liegen eine Linderung dieser Symptome bewirken. Trotz allem gilt nach wie vor der Ratschlag, dass du bei ungewöhnlich langen oder schmerzhaften Beschwerden deinen Frauenarzt aufsuchen solltest.

 

Entwicklungen des Babys ab der 24. SSW

Dein Kleines ist inzwischen ungefähr 31 cm groß und hat ein stattliches Gewicht von
700 g, weshalb es im Falle einer Frühgeburt nun eine theoretische Überlebenschance hätte. Falls bei dir der Verdacht auf eine Frühgeburt besteht, klärt dich dein Frauenarzt ausführlich darüber auf.

Dein Baby hat nun auch einen Schlaf-Wach-Rhythmus, der allerdings nicht immer deinen Schlafgewohnheiten entspricht. Das bedeutet, dass das Kleine aktiv sein kann, wenn du schläfst, und umgekehrt. Du spürst also vielleicht auch während deines Schlafes die Kindsbewegungen in deinem Bauch.

Außerdem erkennt des Ungeborene immer besser akustische Geschehnisse außerhalb deines Bauches, wie zum Beispiel musikalische Klänge und Stimmen, unter anderem wenn diese direkt zu ihm sprechen. Dazu zählt natürlich in erster Linie die Stimme der eigenen Mutter.

Wie schön es doch für dich sein muss, zu wissen, das dein kleines, ungeborenes Kind dich bereits in deinem Bauch an deiner Stimme als seine Mama erkennt! Selbst wenn dein Kind in dieser oder einer nächsten Schwangerschaftswoche ein Frühchen wird, so weiß es schon anhand deiner Stimme, dass du seine Mami bist!

Interessant ist des Weiteren, dass der erste Schrei des Neugeborenen bei der Geburt dann sogar dem Stimmmuster der frischgebackenen Mutter ähnelt, weil es diejenige Stimme ist, die es während der Schwangerschaft am meisten gehört hat.

 

Rhesusunverträglichkeit

Leider kann es auch weniger schöne Aspekte in der Schwangerschaft geben. So kann eine der routinemäßigen Untersuchungen während der Schwangerschaft auch ein schlechtes Ergebnis zutage bringen, etwa beim Überprüfen der sogenannten Rhesusunverträglichkeit, die zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche bei schwangeren Frauen durchgeführt wird.

Prinzipiell betrifft die (relativ seltene) Gefahr einer Rhesusunverträglichkeit nur Frauen mit einem negativen Rhesusfaktor, die schon einmal ein Rhesus-positives Kind geboren haben oder durch eine Bluttransfusion in Kontakt mit Rhesus-positivem Blut gekommen sind und nun ein weiteres Kind erwarten. Allerdings ist der medizinische Fortschritt inzwischen schon so weit, dass sich die Rhesusunverträglichkeit heutzutage sehr gut behandeln lässt.



Deshalb gilt für dich: kein Grund zur Panik! Nichtsdestotrotz soll dir dieser Artikel einen Überblick über dieses medizinische Phänomen geben. Weitere und ausführlichere Informationen zu diesem Thema erhältst du auch bei deinem Frauenarzt.

 

Der Rhesusfaktor

Die Rhesusunverträglichkeit hängt mit dem sogenannten Rhesusfaktor zusammen. Dieser Faktor ist ein Blutgruppenmerkmal, welches im Jahr 1940 von zwei Wissenschaftlern bei Rhesus-Affen – daher auch der Name – entdeckt und dann beschrieben wurde. Neben der Blutgruppe (A, B oder 0) wird also auch immer dieses Merkmal der Bluteigenschaft vererbt.

Der Rhesusfaktor, auch Antigen D genannt, ist ein Protein im menschlichen Blut, das auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen sitzt. Ungefähr 85% der Menschen mit europäischer und amerikanischer Herkunft und beinahe 100% der afrikanischen, asiatischen und nordamerikanisch-indianischen Menschen besitzen dieses Blutgruppenmerkmal, sie sind Rhesus-positiv (Rh-positiv).

Der Rest, d.h. ca. 15% der Menschen, hat diesen Rhesusfaktor nicht und ist daher Rhesus-negativ (Rh-negativ). Alternativ wird der Begriff „Antigen D“ bzw. „D-Faktor“ – mit dem Kürzel „D“ – anstatt Rhesusfaktor – mit dem Kürzel „Rh“ – verwendet.

 

Die Rhesusunverträglichkeit bzw. Rhesusinkompatibilität

Die Gefahr einer Rhesusunverträglichkeit entsteht dann, wenn Rh-positives Blut in den Blutkreislauf eines Lebewesens mit Rh-negativem Blut gerät. Denn dann werden im dessen Körper Abwehrstoffe, d.h. Antikörper, gegen das fremdartige Blut produziert und diese Antikörper versuchen, die Rh-positiven Blutkörperchen zu zerstören.

Besonders während einer Schwangerschaft ist der Rhesusfaktor von Bedeutung, wenn er bei der werdenden Mutter Rh-negativ und beim Fötus Rh-positiv ist. Ist das der Fall, kann es passieren, dass der mütterliche Organismus Antikörper gegen den Rhesusfaktor des Embryos bzw. Fötus bildet. Dies kann dann beim Ungeborenen zu Behinderungen oder im schlimmsten Fall zu seinem Tod führen.

 

Entstehung und mögliche Betroffene der Rhesusunverträglichkeit

Die Rhesusunverträglichkeit betrifft also Frauen, die selbst einen negativen Rhesusfaktor aufweisen und deren Baby Rh-positiv ist. Dabei muss der Vater des Kindes auch Rh-positiv sein, da er dieses Merkmal an das Baby weitervererbt hat. Wenn eine Rh-negative Frau das erste Mal mit einem Rh-positiven Kind schwanger ist, so treten bei dieser ersten Schwangerschaft noch keine Komplikationen auf.

Allerdings gelangen bei der Geburt dann bei dem unvermeidbaren Blutkontakt zwischen Mutter und Kind einige rote Blutkörperchen in den Blutkreislauf der Mutter. Dort werden sofort Antikörper gegen die fremden Rhesus-positiven Blutkörperchen des Kindes ausgebildet und diese Reaktion manifestiert sich im „Gedächtnis“ des mütterlichen Immunsystems.

Falls die Frau bei einer zweiten Schwangerschaft wieder ein Kind mit einem positiven Rhesusfaktor erwartet, dann können die gebildeten Antikörper der Mutter über den Blutkreislauf zum Baby gelangen und dort die roten Blutkörperchen zerstören. Infolge dieser Zerstörung der Blutkörperchen gelangt sehr viel Bilirubin, ein gelbliches „Abbauprodukt“ der roten Blutkörperchen, in den kindlichen Blutkreislauf und das Blut enthält nicht mehr genügend rote Blutkörperchen.

Dadurch können schwere Folgen für das Kind auftreten, da die roten Blutkörperchen für den Transport des Sauerstoffes verantwortlich sind. In einigen Fällen kann das Kind zwar genügend Blut nachbilden, doch meistens sind gesundheitliche Folgen des Kindes nicht zu vermeiden.

 

Potentielle Folgen der Rhesusunverträglichkeit

Die möglichen Folgen der Rhesusunverträglichkeit für das Kind können Blutarmut, Vergrößerung der Leber und durch den erhöhten Bilirubin-Wert bedingte Gelbsucht, Vergrößerung der Milz, Hirnschädigungen, Krampfanfälle, Einlagerung von Wasser im Gewebe, Hauteinblutungen, Fehlgeburt und Tod durch Herzversagen sein.

Vor ein paar Jahren war die Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind eine schwierige Komplikation in der Schwangerschaft, die meistens eine oder mehrere der genannten Folgen für das Kind mit sich trug. In der heutigen Zeit müssen schwangere Frauen mit einem negativen Rhesusfaktor sich allerdings nicht mehr vor einer Rhesusunverträglichkeit fürchten, da in der modernen Medizin inzwischen Maßnahmen zu effektiven Vorbeugung entwickelt wurden.

 

Maßnahmen zur Vorbeugung der Rhesusunverträglichkeit

Liegt eine Schwangerschaft vor, so wird bereits bei der Erstuntersuchung, kurz nach Feststellung der Schwangerschaft, die Blutgruppe der Schwangeren ermittelt. Außerdem stellt der Frauenarzt mit dem sogenannten Antikörper-Suchtest fest, ob das Immunsystem der schwangeren Frau Antikörper ausgebildet hat. Dieser Suchtest wird standardmäßig zwischen der 28. SSW und der 40. SSW wiederholt.

Wenn bei einer Schwangerschaft dann die Konstellation einer Rhesus-negativen Mutter und einem Rhesus-positiven Kind vorliegt, dann empfiehlt der Arzt normalerweise eine Prophylaxe gegen die Rhesusunverträglichkeit.

Dabei erhält die betroffene Frau entweder während der Schwangerschaft oder direkt nach der Geburt eine sogenannte Anti-D-Immunglobulin-Spritze. Diese Spritze während der Schwangerschaft ist dann wichtig, wenn es zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und Kind, zum Beispiel bei einer Fruchtwasseruntersuchung, kommen kann.

Durch diese Spritze werden künstliche Antikörper verabreicht, die die roten Blutkörperchen mit positivem Rhesusfaktor sofort und direkt angreifen. So muss das Immunsystem der Frau selbst keine Antikörper mehr ausbilden und wird daher auch nicht mehr für die kommende Schwangerschaft sensibilisiert. Da also bei der nächsten Schwangerschaft keine Antikörper ausgebildet werden, kommt auch das nächste Kind gesund, d.h. jedenfalls ohne negative Folgen einer Rhesusunverträglichkeit auf die Welt.

 

Vorgehen bei einer bereits stattgefundenen Rhesusunverträglichkeit

Wenn bei der ersten Schwangerschaft die beschriebene Prophylaxe fehlt und die Schwangere Rhesus-negativ ist und das (zweite) ungeborene Kind Rhesus-positiv ist, so kann es bei der (zweiten) folgenden Schwangerschaft zu einer Rhesusunverträglichkeit kommen.

Allerdings kann der Arzt durch die während der Schwangerschaft regelmäßig stattfindenden Antikörper-Suchtests bereits kleinste Mengen an gebildeten Antikörpern im Blut der werdenden Mutter nachweisen und direkt Maßnahmen treffen, um so negative Folgen für das ungeborene Kind zu verhindern.

Die Art der Behandlung hängt vor allem vom Schweregrad der Rhesusunverträglichkeit ab, der bei jeder Schwangerschaft variieren kann. Ist die Rhesusunverträglichkeit festgestellt worden, werden das Kind und dessen Zustand gründlich überwacht, wobei es am wichtigsten ist, dass das Kind mit genügend Blut und folglich auch mit Sauerstoff versorgt wird. Außerdem wird per Ultraschall untersucht, ob Organe bereits vergrößert sind und wie aktiv die Durchblutung des kindlichen Gehirns ist.

Eine Fruchtwasseruntersuchung kann ebenso Informationen über den Zustand des ungeborenen Kindes liefern. Bei einer leichten Rhesusunverträglichkeit reicht es, nach der Geburt eine Lichttherapie bei dem Neugeborenen durchzuführen, wobei schwache Formen der Gelbsucht abgeschwächt werden.

Wenn eine starke Rhesusunverträglichkeit mit einer schwerwiegenden Blutarmut des Kindes vorliegt, so kann bereits während der Schwangerschaft Blut über die Nabelschnur transferiert werden. Bei einer bereits stattgefundenen Rhesusunverträglichkeit ohne vorherige Prophylaxe hängt es stark vom Einzelfall ab, welche medizinischen Maßnahmen eingeleitet werden und wie weiter vorgegangen wird.

Prinzipiell ist das Thema „Rhesusunverträglichkeit“ ein relativ heikles, medizinisches Thema, zu dem du vor allem bei deinem Gynäkologen ausführliche Informationen erhältst. Des Weiteren wird heutzutage bei jeder Schwangerschaft ein Antikörper-Suchtest durchgeführt.

Im Falle einer vorliegenden und sogar bereits stattgefundenen Rhesusunverträglichkeit können so rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden, wodurch mögliche Folgen für das Kind minimiert und die Sorgen der Mutter um ihr Kind bestenfalls verringert werden können.



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